Im Juli 2023 war es so weit: Wir haben uns einen Camper gemietet. Nur für 2,5 Wochen. Ein kleiner Test: Zwei Menschen, ein Hund, ein sehr enger Raum. Können und wollen wir das?
Vorab: Juli/August mit Hund nach Kroatien? Nicht unsere beste Idee. Die Straßen waren heißer als unser Kaffee, und Lucky war dankbar für jedes bisschen Schatten – und für seine neuen stylischen Pfotensocken von Non Stop dog wear. Ein bisschen albern sah’s aus, aber hey, alles für die Gesundheit des Hundes!
Erster längerer Zwischenstopp: Dolomiten!
Bevor es richtig südlich wurde, machten wir zwei Tage Halt in Welsberg-Taisten. Am Rand des Ortes befindet sich ein Schotterparkplatz, den wir sehr empfehlen können. <Google Maps öffnen> Es kostet 12€ / 24 h, aber bietet einen schönen Ausgangspunkt zu den Dolomiten. Außerdem besticht der kleine Ort mit Einkaufsmöglichkeiten, Bäcker, Restaurant und vieles mehr. Von dort ging’s zum Pragser Wildsee. Eine 11 km-Wanderung (one way!), einfach zu laufen, aber Kondition wäre trotzdem sehr vorteilhaft. Direkt am Pragser Wildsee kannst du auch parken, jedoch mit dem Camper lediglich auf P4 entweder 45 € für 24h oder 20 € für 3h. Tipp: Früh dran sein – die Plätze sind schnell weg. Zwischen dem 10.07. und den 10.09. zwischen 9.30 und 16.00 wird die Straße gesperrt und ist nur mit vorheriger Buchung nutzbar. Für weitere Infos schaut gerne auf der folgenden Website vorbei, wo ihr auch den Parkplatz buchen könnt: https://www.prags.bz/de
Der Pragser Wildsee steht den Canadian Rockies in keinem Fall nach. Wer nicht in die weite schweifen möchte, findet hier das Paradis in den Bergen.



Von den Dolomiten weiter Richtung Süden bis nach Dubrovnik
Die Domiten in Summe sind sicher nochmal eine ganze Reise wert, jedoch war unser Ziel Dubrovnik. Also ging es für uns weiter Richtung Süden. Unsere ersten zwei Nächte in Kroatien verbrachten wir auf dem Arena Stupice Campsite in der Nähe von Pula. Von Welsberg nach Pula: ca. 360 km, 4,5 Stunden Fahrt. Und hier zeigte sich: Der Camper ist perfekt für Lauras spontanes Herz. Denn plötzlich war alles gleichzeitig – Hitze in Kroatien, Hochwasser in Österreich und Slowenien – wir mussten improvisieren. Leon fand’s super. Laura hatte fünf Planänderungen pro Tag. Win-win! Wir entschieden uns für den ursprünglichen Plan und fuhren weiter Richtung Süden, dem Hochwasser davon. Der Campingplatz hatte alles, was wir brauchten und dennoch nicht das was wir suchten. Ich brauche keine Parzelle auf einem gut organisierten Campingplatz. Ich möchte irgendwo in der Natur stehen und loswandern.
Von Pula fuhren wir dann weiter südlich nach Dubrovnik: 723 km, ca. 8 Stunden – natürlich nicht am Stück sondern mit einer Übernachtung. Dazu muss man sagen, wir erwähnen nur die Campingplätze und wirklich unserer Meinung nach guten Stellflächen, aber in mindestens 40% dieser Reise standen wir ganz unromantisch an einer Autobahnraststätte.
Je weiter südlich wir kamen, desto schwieriger wurde es jedoch mit den Raststätten. Dazu müsst ihr wissen Wildcampen in Kroatien ist ansonsten verboten. – ab Ploče ging’s von der Autobahn runter auf Campingplatzsuche, da hier die Option Raststätte logischerweise entfiel.
Direkt in Dubrovnik gibt es nur einen richtigen Campingplatz den „Camping Solitude„, hier wird sogar deutsch gesprochen, es gibt einen eigenen Strand, viel Schatten, eine entspannte Atmosphäre, dennoch etwas am Rand von Dubrovnik gelegen. Bis zur berühmten „Old Town“ sind es 4,5km zu Fuß also ca. 1 Stunde. Die Old Town atemberaubend schön, kleine süße Gassen, wundervoll am Meer gelegen, aber komplett überlaufen.
Unvorbereitet wie eh und je sind wir da angekommen und wussten zum einen nicht, dass es eine begehbare Stadtmauer gibt und schon gar nicht, dass es pro Person schlanke 40€ kostet. Also ca. 2km für 2 Personen 80€. Trotz kurzer Überlegung dachten wir uns „Fuck it, book it“ getreu dem Motto, wann werden wir wohl das nächste Mal in Dubrovnik sein. Rückblickend eine der besten Entscheidungen der Reise. 5 Festungen, 16 Bastionen – und ein Ausblick, der dich sprachlos macht. Die Sicht auf die kleinen Gassen und die tausend Details, die eine unglaublich Geschichte erzählen. Es war jeden einzelnen der 1700km wert. Dieser Ort ist beeindruckend und so viel können wir sagen: wir verstehen den Hype.



Rückreise über Österreich, Slowenien & Tschechien
Nachdem wir den Endpunkt der Reise erreicht hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Wir hatten aber noch 2-3 schöne Orte auf der Route geplant.
Unter anderen die Krka Wasserfälle in Kroatien von Dubrovnik ca. 280 km, 3 Stunden Fahrt. Auch hier: Eintritt gestaffelt nach Saison (Im Sommer am teuersten – 40 €).
Aber: Sieben Wasserfälle, Holzstege, leichte Anstiege, und Natur, die dich direkt aus dem Alltag reißt. Verbringen kannst du hier 2-7 Stunden, je nach persönlichen Bedürfnissen wie Tempo, Verweildauer und körperlicher Verfassung.
Podsreda, ein Ort, der eigentlich nur als Übernachtung gedacht war, entpuppte sich als charmantes, ruhiges Dörfchen in Slowenien. Von Krka vorbei an Zagreb erreichten wir in 377km und 4 Stunden den Stellplatz bereits im Dunkeln. Die ansässige Feuerwehr bietet auf ihren Parkplätzen die Möglichkeit zu übernachten. Podsreda ist maximal untouristisch und auch der Weg dahin etwas gruselig bei Nacht. Nächsten Morgen jedoch erstrahlte das kleine Örtchen und wir konnten in Podsreda noch eine kleine Wanderung hoch zur Burg durch den wunderschönen Wald unternehmen.
Und dann: Wien. Oder auch nicht. Wien war… sagen wir mal: schwierig. Camper + Innenstadt = keine Liebe auf den ersten Blick. Parkhäuser waren zu niedrig, freie Plätze zu voll & in der Stadt parken wird maximal kompliziert gestaltet- Fazit: Kurz durch die Stadt geschlendert und dann außerhalb geschlafen. Reicht auch. Städte sind in den meisten Fällen einfach nicht das, was wir auf unseren Campingreisen mit Hund suchen.
Letzter Halt: Usti nad Labem, Tschechien: Noch mal 5 Stunden, 425 km von Wien entfernt. Geplant als reiner Zwischenstopp, aber: Kulinarisch einfach zu gut – Tschechien, du überraschst! Zwei Nächte verbrachten wir am See (Parkoviště Jezero Milada) und machten noch eine Wanderung im tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges. Pro-Tipp: Die Wege sind nicht gut markiert – verlaufen inklusive.



Fazit
nach 2,5 Wochen Vanlife-Testlauf: Ja, wir wollen einen Camper. Aber: Nein, keinen fertigen.
Wir haben gemerkt: Wir lieben das Leben auf Rädern – aber wir wollen den Ausbau, das Design, den Stauraum, die Küche, die Matratze und das ganze Drumherum selbst bestimmen. Also stand der Plan fest: Transporter kaufen & selbst ausbauen. Die Reise war zu Ende, aber unser Abenteuer hatte gerade erst angefangen.
// Laura, Leon & Lucky



