Let the adventure begin. Wir wollten es so sehr und haben die letzten Monate einfach jede freie Minute in unseren Ausbau investiert. Nachdem ich zu Beginn dachte, mensch -ist ja gar nicht viel, wir sind bald fertig- wurde mein Optimismus schnell gedämpf. Bis ein Van fertig ist, sind unglaublich viele Schritte notwendig. Jedoch ca. 1 Jahr später konnten wir zu unserer 1. Reise im eigenen Van aufbrechen. Wir hatten den komplette September Urlaub bekommen. Am 02.09.2024 ging es los.
Die Gefühlslage war kritisch. Am Tag der Abreise hatten wir noch ein großes Loch im Abwassertank sowie keine Versicherung. Schlussendlich wurde provisorisch geflickt, das mit der Versicherung geklärt & 16.00 Uhr rollten wir vom Hof. Achja & unser Turbolader war auch neu. Heulend saß ich im Auto, halb Freude, halb Angst, dass wir irgendwas beim Ausbau falsch gemacht haben & doch voller Vorfreude auf das kommende Abendteuer.
Gefahren sind wir an dem Tag noch ca. bis Paderborn. 21:45 Uhr hatten wir dann unser erstes gemeinsames Abendbrot in Büren bei einem Campingplatz an einem Naturwaldbad. Achja und unser Bett ist auch erst am Abreisetag fertig geworden.
Die Route: Deutschland – Belgien – Frankreich – Spanien – Portugal – Spanien – Frankreich – Deutschland

Überschrift
Ich habe mich übrigens täglich umentschieden wie rum wir die Westküste Europas abfahren. Das Hauptziel war in dem Fall die Algarve.
Am Dienstag sind wir ganz entspannt in den Tag gestartet, Bäcker in Büren, erster Kaffee im Camper & dann gings weiter nach Belgien. Während der Fahrt mekrten wir natürlich das ein oder andere, was noch am Camper zu optimieren war. Z.B. unsere Schubladen sind während der Fahrt immer aufgegangen – aber auch wieder zu. Gelandet ohne Ziel sind wir dann auf dem Weg in der 3. Kleinsten Stadt der Welt – Durbuy. Super süß & auf jeden Fall einen Stop wert. Ich war überrascht, dass bereits hier französisch gesprochen wird. Aber Leon konnte sich ganz gut verständigen- 1 Aperol & 1 Bier und eine Pommes später sind wir dann weiter und bei unserem heutigen Stellplatz gelandet. Bei einer Grotte & vor einem Friedhof. Stellplätze an Friedhöfen werden wir noch öfter haben. Hier die nächste Erkenntnis, das Fenster an der Seitentür ist undicht, zum Glück hatten wir die Verkleidung bis zur Abreise nicht mehr geschafft.
Der Norden Westeuropas
Am nächsten Tag fuhren wir weiter zum 1. Hauptstop – Etretat. Die Klippen sind wirklich spektakulär und einen Zwischenstop wert. Mit Camper einen Parkplatz zu finden & durch die engen Gassen zu manövrieren war eine Kunst – die Lein zum Glück beherrscht. Viele Parkplätze haben eine Höhenbeschränkung. Ich glaube ja persönlich, Frankreich hat ein gestörtes Verhältnis zu Campern & Touristen. Sie wollen und brauchen sie & in Teilen haben sie aber trotzdem keine Lust auf fremde Menschen in Vans in ihrem Land. Prinzipiell ist es kein Land, welches unglaublich camperfreundlich ist, jedoch hatten wir nie eine schlechte Begegnung in Frankreich, so fair muss man schon sein.
Hier könnt ihr entspannt parken & zu den Klippen gehen. Wir badeten im Atlantik & wanderten anschließend oben auf den Klippen entlang. Sehr beeindruckend. Wir hielten hier nur einen halben Tag. Sicherlich könnt ihr hier 1-2 Tage verbringen, jedoch in meinen Augen nicht länger. Geschlafen haben wir an der Hähnchenbude. Gut für eine Nacht schlafen und weiterfahren.
Donnerstag kam der Regen & was wir sehr lieben am Van, wir fahren dem Regen davon. Über L´Havre ging es dann weiter zu L´Mont St. Michel. Hier können wir wärmsten den Ort davor empfehlen: Beauvior – auch hier bietet die Gemeinde vor der Kirche 6 Stellplätze für Camper for free. Von hier aus sind es ca. 6 Km zu Le Mont St. Michel & es war die beste Entscheidung. Ich mag es, wenn wir nicht einfach nur davor parken, Fotos machen & wieder weiterziehen. Dieser Weg dahin, diese Vorfreude, es kommt immer näher. All das war das perfekte Setting für den Besuch. Die Insel, wie sie immer näher kommt. Die Felsinsel beherbergt eine mittelalterliche Abtei, welche als UNESCO Welterbe bekannt ist– Besonders sind die extremen Gezeiten vor Ort. Und wirklich beeindruckend sind die vielen kleinen Gassen und Plätze innerhalb. Absolute Empfehlung als Stopp.
Am nächsten Tag stand das 1. Highlight bereits morgens an – Duschen mit Haare – nur Camper verstehen das. Wasser ist kostbar, der Wasserdruck nicht optimal & es ist kalt. Also ist Duschen mit Haare wohlüberlegt und etwas besonderes. Wir fuhren weiter, haben am Weingut J.Mourat noch Weißwein eingesammelt & sind dann weiter nach Dune du Pilat. Wir sind eeeewig spät an der Düne angekommen. Gut war, es war super leer, wir hatten eine riesige Auswahl an Parkplätzen & wirklich wenig Gesellschaft.
Der Sonnenuntergang war magisch. Einfach eine Düne, die im Meer endet. Der Hund hatte auch seinen Spaß im Sand. Abends hatten wir dann noch einen richtig romantischen Stellplatz an der Tankstelle neben Waschmaschinen. Wir beschlossen nächsten Tag nochmal hinzufahren, was so oder so eine gute Idee war, weil wir vor Ort Luckys Air Tag verloren hatten. Wir sind dann Samstag morgen nochmal zur Düne gefahren. Erschreckenderweise haben wir den Air Tag nicht finden können. Das war der Moment, an dem wir beschlossen haben, dass ein Air Tag keine gute Wahl ist. Seitdem nutzen wir den Tracker von Tractive (hier Markierung)
Wir sind noch weiter auf der Düne entlang gewandert und hatten einen wundervollen Vormittag. Nachmittags sind wir weiter nach Biarritz. & glaubt uns, das war einer der Orte, die wir nicht auf dem Schirm hatten, nur durch zu Fall hingefahren sind & einfach nur umgehauen wurden. Selten einen Ort erlebt, der den Gegensetz so perfekt vereint. Elegant und lässig, mondän & gleichzeitig bodenständig. An der französischen Atlantikküste treffen goldene Sandstrände auf türkisfarbenes Wasser. Biarritz gilt als Surfhauptstadt Europas.
Stell dir vor Saint-Tropez hätte weniger Luxusgehabe, dafür mehr Wellen, spektakuläre Sonnenuntergänge & eine entspannte Surferkultur. Genau das – das ist Biarritz.
Wenn ich eine einzige Sache an der Reiseroute bedauere, dann ist es, dass wir hier nicht länger geblieben sind. Wir waren so darauf fokussiert, weiter unsere Spots anzufahren, die wir geplant hatten & hätten einfach rückwirkend betrachtet 1-2 Tage da surfen sollen. Meistens merken wir erst später, wenn ein Ort mehr Zeit verdient hätte. Also lasst euch sagen, wenn es sich gut anfühlt, schiebt das Surfen nicht auf, surft dort wo es gerade perfekt ist.
Fahren & Parken war auch hier wieder kompliziert mit dem Camper. Wir können euch diesen Parkplatz empfehlen. Schlafen konnten wir da nicht, wir sind dann in Barritz an einen See gefahren & haben hier übernachtet. Der Stellplatz ist nicht öffentlich ausgeschrieben. Wir haben hier einfach nur geparkt, nichts rausgestellt und sind nächsten morgen wieder los. Solltet ihr der Empfehlung folgen, verhaltet euch respektvoll und nutzt es wirklich nur zum Schlafen. Das ist kein Campingplatz.
Das tolle an diesem Parkplatz war, dass wir sowohl abends als auch morgens mit Lucky unsere Runden am See drehen konnten. Wir sind dann an dem Sonntag Richtung Gazteöugatxe, Nordspanien gefahren. Diese kleine Felsinsel mit einer winzigen Kapelle aus dem 10. Jahrhundert ist ganz schön, bedenkt jedoch bitte, man muss vorher Tickets kaufen. Das haben wir vorher nicht gewusst & sind dann auch weiter. Für uns persönlich auch kein Zwischenstopp, den ihr machen müsst. Jedoch danach kam ein Highlight. Auch hier eigentlich nur ein Zwischenstop für uns, aber diese spanische Kleinstadt entpuppte sich als netter Ort, wenig touristisch, bunt, lebendig. De Ort Ribadesella ist ein Küstenort und wir haben direkt am Ortseingang auf einem Schotterparkplatz gestanden. Wir schlenderten abends durch das Örtchen und hatten ein gute Zeit. Nächsten Tag wollten wir dringend zum Picos de Europa.
Wir – schlecht vorbereitet wie eh und je – sind dort angekommen und mussten uns erstmal zurechtfinden. Die vielen, vielen Parkplätze erlauben uns einen Eindruck, was hier für Menschenmassen teilweise möglich sind. Nachdem ihr auf einem Parkplatz geparkt habt, könnt ihr den Bus nehmen. Jedoch war das mit Hund keine Option, da die Hunde im Kofferbereich des Busses mitfahren müssen. Das ist für uns keine Option. Also mussten wir nach Covandonga gehen und dort ein Taxi vor der Kathedrale nehmen. Diese Autofahrt war absolut Wahnsinn. Lucky im Kofferraum haben wir über die Rücksitzbank hinweg festgehalten. Die Straße da hoch war holperig, steil, teilweise unglaublich eng, aber irgendwie auch witzig. Oben angekommen haben wir dann noch eine wunderschöne Wanderung unternommen. Sehr empfehlenswert.
Abends sind wir weiter zu einem weiteren Highlight der Reise. Ich muss dazu sagen, wir hatten auch das vorher nicht auf dem Schirm & umso beeindruckender war es dann am Ende. Im Ort Ribadeo findet ihr den Playa de las Cathedrais. Man muss ich anmelden – Slots buchen, jedoch kostet es nichts. Wir Steinkathedralen im Meer sind ein Wunder für sich und je nach Tageszeit könnt ihr unten bei Ebbe über den Strand laufen durch die Kathedralen hindurch. Ein unglaubliches Naturspektakel. Schlafen konnten wir direkt auf dem Parkplatz davor. Wir blieben über Nacht und bestaunten auch noch am nächsten Tag dieses Fleckchen Erde. Abends sind wir dann weiter nach Nazare.
Die Westküste Europas
Nachdem der Norden Spaniens uns wirklich gut gefallen hat sind wir nach gut einer Woche in Portugal angekommen. Erster Stop Nazare, bekannt für die Monsterwellen – im September ist off saison, jedoch kann man erkennen, wie gewaltig das Meer hier sein kann. Wir hatten einen schönen Stellplatz direkt am Meer. Der Weg dahin war etwas holperig, aber es hat sich gelohnt. Nächsten Tag haben wir noch etwas den Strand erkundet und sind dann weiter nach Lissabon. Eine von zwei Städten, die wir tatsächlich richtig angefahren haben bei diesem Urlaub.
Hier können wir euch empfehlen, auf der andere Seite der Stadt zu parken. Bei der Fähre Saixal konnten wir parken, dann die Fähre nehmen und sogar abends dort schlafen. Die kleinen Gassen haben uns sehr gut gefallen. Die Stadt hat auf jeden Fall einen Stopp verdient auch wenn uns hier, wie fast immer in großen Städten der Nachmittag ausreichte. Schlendern, snacken, Abendbrot, ein Cocktail & dann gings für uns zurück zum Camper.
Nächsten Tag waren wir angekommen am Ziel unserer Reise – die Algarve. Holy – wie sehr wollte ich dahin und dann hatten wir es geschafft. Wir haben uns einen Stellplatz gemietet auf einem ganz süßen Campingplatz. Campingplatz (Praia de Armacao de Pera). Von hier aus konnten wir zum Strand laufen und eine Bootstour buchen und damit die Algarve vom Wasser aus bestaunen. Richtig, richtig gut: Lucky konnte mit ins Boot. Das war seine erste Motorbootstour. Was eine coole Sache & wenn ich so drüber nachdenke, werde ich richtig emotional. Wir haben ein Leben, in dem wir uns Wünsche & Träume erfüllen können. Mein liebster Mensch, the one & only best boyfriend, I could ask for ist mit mir und unserem tollen Hund bis zur Algarve gefahren in unserem selbstausgebauten Van. Wir sind unabhängig und brauchen prinzipiell nur Wasser, Gas, Lebensmittel & uns. Wenn man sich an diesem Punkt einfach durch den Kopf gehen lässt, wie weit wir gekommen sind, ja dann werde ich emotional.
So zurück zur Algarve. Die Bootstour war wunderschön. Wir hatten dann am nächsten Tag noch die Möglichkeit die Algarve von oben zu entdecken. Auch hier immer wieder beeindruckend wie schön unsere Erde ist.
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